Popcorn

Ein wunderbarer Popkornwagen steht an der Ecke der Parchimerstraße. Es gefällt mir ausnehmend gut, dass das Popcorn so schön in dem Glaskasten herumwirbelt. Ich beobachte die Angelegenheit eine Weile und erkundige mich dann genau, wie das Popcorn hergestellt wird. Es scheint ganz einfach zu sein. Der freundliche Popcornverkäufer erklärt mir, dass ich Popcorn auch zu Hause in einem Topf herstellen kann. Dazu benötige ich nur Butter, Maiskörner und Puderzucker zum bestreuen. Ich suche den nächsten Lebensmittelladen auf, um die benötigten Zutaten einzukaufen. Heute werde ich meinen Geschwistern mal eine Freude machen. Eine Tüte Popcornmais erscheint mir bei so vielen Kindern etwas wenig zu sein und sicherlich freuen sich auch die Erwachsenen, wenn sie abends noch etwas Popcorn abbekommen. Ich kaufe also vier Tüten Popcornmais, zwei Pakete Butter und zwei Pakete Puderzucker. Die Küche der Fasteinschloßvilla bietet eine Vielzahl an großen Töpfen. Ich entscheide mich für den Suppentopf. Er ist so groß wie ein Putzeimer, dass sollte ausreichen um genügend Popcorn herzustellen. Meine Geschwister kommen in die Küche und sind sehr neugierig auf das was ich vorhabe. Noch erzähle ich ihnen aber nichts. Schließlich soll es eine Überraschung werden. Ich mache alles genau so, wie es mir der freundliche Popcornverkäufer erklärt hat. Erst die Butter in demTopf erwärmen, dann das Popcorn hineinkippen. Die vier Tüten passen sehr gut in den Topf, ich hätte auch einen kleineren nehmen können. Wir warten alle gespannt. Nichts passiert. Meine Geschwister fangen sich schon an zu langweilen und nörgeln herum. Sie wollen endlich ihre Überraschung. Ich will gerade aufgeben, da fängt es in dem Topf an fürchterlich zu knallen und zu zischen. Es dauert nicht lange, da fliegt das erste Popcorn durch die Küche. Oliver versucht sich als Popcornmundfänger und er ist ziemlich gut darin. Wir anderen versuchen es ihm gleichzutun und haben eine Menge Spass. Der herumfliegende Popcornsegen nimmt kein Ende. So langsam kommt mir der Verdacht, dass eine Tüte Popcorn durchaus ausreichend gewesen wäre. Ina kippt den Puderzucker praktischerweise direkt auf den Tisch, sie sagt es lohnt sich nicht dafür Teller schmutzig zu machen, die wir ja dann nur wieder abwaschen müssten. Glückselig patscht Jutta in dem Puderzucker herum und verteilt ihn großzügig in ihren Haaren und ihrem Gesicht. Sie sieht aus wie ein kleiner Schneemann. Damit das Bild perfekt ist staubt Katrin auch noch Juttas Kleidung damit ein. Wir bedauern es sehr, dass wir keinen Fotoapparat haben, unsere kleine Schwester sieht wirklich süß aus. In dem Topf knallt es immer noch fröhlich vor sich hin und das Popcorn schießt weiterhin munter in der Küche rum. Wir sind aber alle schon satt. Eine Plastikschüsseln befüllen wir für die Erwachsenen, dass Popcorn vom Fußboden nehmen wir aber nicht dafür, unsere beiden Katzen haaren gerade fürchterlich, weil sie ihr Winterfell verlieren und die Haare fliegen überall herum. Und dann knallt was anderes, nämlich Onkel Wolfgangs Aktentasche auf den Fußboden. Schreckensbleich steht er in der Küchentür und sagt nur immer wieder „Ohgottohgottohgott“. Mit unser Lustigkeit ist es zu Ende. Die Küche sieht fürchterlich aus und Jutta ist inzwischen eher ein Klebkind als ein Schneemann. Onkel Wolfgang hlft uns die Küche wieder in Ordnung zu bringen und ich bade Jutta. Puderzucker ist wirklich sehr hartnäckig, dass Zeug geht kaum runter. Der Topf ist ordentlich angebrannt aber wir bekommen alles wieder in Ordnung bevor die anderen Erwachsenen nach Hause kommen. Das ist auch gut so, sonst hätte unsere Mutter bestimmt wieder eine Anonce aufgegeben.

Nach oben